Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht sich Gedanken darüber, wie sich die Wucht von Finanzkrisen zukünftig abfedern lässt und Banken an den Kosten beteiligt werden können – und hat dabei offenbar sogar schon konkrete Vorschläge in Form von zwei Bankenabgaben im Sinn, wie Reuters und AFP berichten.
So schlägt der IWF zum einen vor, dass die Banken zum einen eine "Abgabe zur finanziellen Stabilität" leisten sollen, die entweder in einen Fonds oder in die nationalen Haushalte fließe, wie aus einem veröffentlichten Entwurf auf der Internetseite des britischen Fernsehsenders BBC hervorgeht. Diese Abgabe für den Stabilitätsfonds soll zunächst für alle Institute verbindlich und einheitlich sein - neben Banken auch für Versicherungen und Hedgefonds - wobei ihre Höhe später an die Risikobereitschaft der Banken angepasst werden soll und maximal zwei bis vier Prozent der Wirtschaftsleistung eines Landes (BIP) betragen dürfe. Als zweite potenzielle Abgabe erwägt der IWF zudem eine Steuer, die "Financial Activities Tax", die sich an der Summe der Einnahmen orientieren soll.
Sofern die IWF-Pläne in die Realität umgesetzt werden, könnten auf deutsche Institute Ansparungen in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro bis zu 100 Milliarden Euro zukommen, was zwei bis vier Prozent des deutschen BIP entspricht.
Britische Regierung begrüßt IWF-Pläne
Der britische Finanzminister Alistair Darling habe die Pläne begrüßt und angemahnt, dass sich die internationale Gemeinschaft so schnell wie möglich einigen sollte, wie Reuters berichtet.
Die beiden erwähnten, anvisierten Bankenabgaben sind Teil eines IWF-Zwischenberichts, wie die Organisation erklärte. Eine endgültige Version könne man der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer bei ihrem Treffen im Juni präsentieren.
Die Frage, wie man Banken zukünftig an Rettungsaktionen beteiligen kann, beschäftigt Regierungen weltweit – wobei die meisten Vorschläge noch unausgegoren oder absehbar wenig effektiv sind, weil die Summen zu niedrig angesetzt sind - und wird auch bei der Frühjahrstagung von Weltbank und IWF Thema sein, die Ende der Woche in Washington stattfindet. (ir)
Quelle: FONDS professionell ONLINE